Infos & Beratung rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer

ZENTRALE ANLAUFSTELLE HOSPIZ

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Hochbetagte Menschen

Die Hospiz- und Palliativversorgung hochaltriger Menschen muss darauf ausgerichtet sein, ihre Lebensqualität und die ihrer Angehörigen zu verbessern, unabhängig vom bisherigen Verlauf der Erkrankung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Symptomkontrolle, die Würde, individuelle Werte und die Unterstützung im letzten Lebensabschnitt. Ziel ist nicht die Heilung um jeden Preis, sondern eine sinnvolle Linderung von Leid, eine respektvolle Begleitung und die Förderung von Selbstbestimmung, sofern das möglich ist.

Menschen in sehr hohem Lebensalter leiden häufig unter einer Vielzahl vorwiegend alterstypischer Erkrankungen, man spricht darum von mehrfach erkrankten (multimorbiden) Patienten. Zusätzliche belastende Symptome aufgrund dieser Leiden wie Luftnot, Angst, Schmerzen oder Bewusstseinstrübungen führen schnell zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands und zu Krisen körperlicher und seelischer Art.

Zu beachten ist:

  • Sehr alte Menschen haben oft mehrere, sich überschneidende Erkrankungen (Herz/Kreislauf, Atemwege, Demenz, Muskelabbau). Die Versorgung muss multiprofessionell, ganzheitlich und flexibel angepasst werden.
  • Lebensqualität hat Vorrang vor der Verlängerung der Lebenszeit um jeden Preis; die Behandlungsziele orientieren sich stärker an Symptomen, Belastbarkeit, Ruhebedürfnissen und individuellen Werten.
  • Demenz oder kognitive Einschränkungen können Entscheidungen erschweren. Frühzeitige Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen über ihre Wünsche, Prioritäten und Verfügungen (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung) sind darum wichtig.
  • Die Versorgung muss an den Symptomen ausgereichtet sein: Schmerz, Atemnot, Unruhe, Schluckstörungen, Appetitlosigkeit und Schlafprobleme erfordern spezialisierte Palliativmaßnahmen.
  • Unterstützung durch ambulante Pflegedienste, spezialisierte ambulante palliative Pflegedienste, Hospizdienste und ggf. stationäre pallitative Angebote in der Regel notwendig.

Von großer Bedeutung ist da die Palliativen Geriatrie. Dieser ganzheitliche Ansatz versteht sich als Brücke zwischen Geriatrie, der Altersheilkunde, und Palliative Care, einer umfassenden Versorgung und Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen. Es geht darum, alten Menschen bis zuletzt ein beschwerdearmes und würdiges Leben zu ermöglichen, Schmerzen, belastende körperliche Symptome sowie soziale und seelische Nöte zu lindern, die individuelle Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten und das Sterben zuzulassen.

Ratgeber zur häuslichen Pflege

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat Anfang 2023 die grundlegend überarbeitete Broschüre "Pflege kompakt Berlin - Fragen und Antworten zur häuslichen Pflege" herausgegeben.
Ratsuchende finden hier wichtige Informationen, Themen und Anlaufstellen rund um die häusliche Pflege im Land Berlin. Weitere Infos HIER.


Vorsorge ist nicht vergessen!

Wie möchten wo möchten wir sterben? Welche Wünsche gibt es für das Lebensende? Welche medizinisch möglichen Maßnahmen sollen noch getroffen oder unterlassen werden?
Das sind grundlegende Fragen, die besonders hochaltrige Menschen, wenn möglich mit Unterstützung von Angehörigen oder Nahestehenden, unbedingt beantworten und schriftlich festlegen sollten. Am besten in Form einer Patientenvefügung und/oder Vorsorgevollmacht. Mehr dazu HIER.

Für Menschen, die in einem Pflegeheim oder in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe leben, gibt es die Möglichkeit der Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP). Speziell geschulte Berater:innen informieren über medizinisch-pflegerische Versorgung in der letzten Lebensphase und halten fest, was dem Einzelnen dabei wichtig ist.

Fragen Sie bei der Pflegeinrichtung nach, ob dort die GVP angeboten wird! Eine Liste von entsprechenden Einrichtungen finden Sie HIER.


Erklärfilme informieren: Beratungs- und Schulungsangebote für pflegende Angehörige

Angehörige und Nahestehende kommen schnell an ihre Grenzen, wenn ein Partner oder Elternteil pflegebedürftig, ja sogar dement wird. Wohin kann man sich wenden, um Hilfe- und Unterstützungsleistungen zu erhalten? Wie beantragt man einen Pflegegrad? Was steht Betroffenen und Pflegenden überhaupt zu? Das sind nur einige der Fragen, die unter den Nägeln brennen.
Um die gesetzlichen Beratungs- und Schulungsangebote für pflegende Angehörige bekannter zu machen, aufzuzeigen, wer hilft und berät, wurden - gefördert von der Bundesregierung - zwei Kurzfilme erstellt. Sie erklären insbesondere pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz, wo sie Informationen über Hilfe- und Unterstützungsangebote bekommen und sollen dazu ermutigen, diese Beratungs- und Schulungsangebote in Anspruch zu nehmen.


Problem Gewalt gegen betreute Menschen

Was tun, wenn ein betreuter Mensch körperlichen oder seelischen Übergriffen bzw. sogar Misshandlungen ausgesetzt ist? Und - noch schlimmer - was tun, wenn diese Übergriffe von der Person ausgehen, die eigentlich mit der Pflege und Betreuung bevollmächtigt ist? In solchen Fällen können die Betreuungsbehörden und Betreuungsgerichte eine wichtige Anlaufstelle sein.
Außerdem führt ein Infoblatt des "Netzwerk gewaltfreie Pflege" der Polizei Berlin die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Handlungsmöglichkeiten auf.

Animationsfilm zur Demenz und Gewaltprävention:
Mehr Informationen zum Thema Gewaltprävention, frei zugängliche Ratgeber und Schulungsmaterialien sowie Kontaktdaten zu spezialisierten Beratungsangeboten gibt es im Onlineportal des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP): www.pflege-gewalt.de.