Infos & Beratung rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer

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Neben Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gibt es eine Reihe andrer Vorsorgemöglichkeiten in Berlin, von denen wir hier die wichtigsten vorstellen wollen.


Die GVP in Berliner Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Bei der Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP) geht es darum, betreuten Menschen die medizinisch-pflegerische Versorgung in der letzten Lebensphase aufzuzeigen und festzuhalten, was ihnen dabei wichtig ist. Das umfasst auch praktische Hilfen und Angebote der Sterbebegleitung. Je nach individuellem Bedürfnis eines Menschen werden medizinische Abläufe in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses thematisiert und mögliche Notfallsituationen und geeignete Maßnahmen der palliativmedizinischen, pflegerischen sowie psychosozialen Versorgung besprochen.
Bietet ein Träger oder Einrichtung die GVP an, sind dafür speziell geschulte sogenannte GVP-Beraterinnen tätig, die einen Dialogprozess über das Leben und Sterben zwischen Bewohnerinnen, Nahestehenden sowie Ärzt:innen und Heimmitarbeiter:innen anregen sollen.
Die GVP trägt zu Handlungssicherheit bei allen Beteiligten bei, unterstützt die Selbstfürsorge und Selbstbestimmung der Betroffenen und ist ein Beitrag für eine würdevolle Gestaltung der Versorgung am Lebensende.

In folgenden Einrichtungen wird die Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letrzte Lebensphase (GVP) angeboten:

Berliner Begleitmappe (BeMap)

Seit 2020 läuft das Pilotprojekt „Berliner Begleitmappe“, das Menschen mit einer chronischen Erkrankung sowie deren Angehörige und Nahestehende Unterstützung geben soll.  Die Mappe bietet die Möglichkeit, (mit dem Arzt) Besprochenes zu vermerken, wichtige Unterlagen sortiert und griffbereit aufzubewahren, gibt Anregungen, wo Unterstützung gibt und wer hilft.

Betroffene oder deren Angehörige und Nahestehende können die Mappe zu allen Terminen mitbringen und diese mit Hilfe der Mappe vor- und nachbereiten. Behandelnde und Beratende können sich ihrerseits mithilfe der Mappe einen Überblick zur aktuellen Situation und zum Krankheitsverlauf verschaffen.

Die Mappe wird berlinweit in Gesundheitsämtern und Krankenhäusern verteilt und soll für 2022 noch einmal in aktualisierter Auflage erscheinen.

Die Notfalldose

Ist ein Mensch nicht in der Lage, Auskunft über seine Vorerkrankungen oder benötigten Medikamente zu geben, haben es Rettungskräfte oft schwer. Wie kommen sie in diesem Fall an die benötigten Informationen? Eine Notfalldose im Kühlschrank kann Abhilfe schaffen.

Viele Menschen sorgen für den Notfall vor. Beispielsweise mit einer Notfallmappe, einer Patientenverfügung, einem Allergiepass oder ähnlichem. Doch wenn Patienten nicht ansprechbar sind oder in einer Stresssituation keine klaren Angaben machen können, sind diese Maßnahmen oft nutzlos. 

Die Notfalldose bietet insbesondere Senioren oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen die Möglichkeit, ihre medizinischen Daten für den Rettungsdienst leicht auffindbar zu machen. Auf einem mitgelieferten Notfallinfoblatt werden alle wichtigen Informationen wie Allergien, benötigte Medikamente oder Kontaktpersonen vermerkt. Platz findet das Gefäß in der Kühlschranktür.

Ebenfalls im Lieferumfang enthalten sind zwei Aufkleber. Diese werden an der Kühlschranktür und an der Innenseite der Haustür aufgeklebt, um die Rettungskräfte auf die Notfalldose aufmerksam zu machen.

Bei der Entwicklung wurde darauf geachtet, dass das Konzept der Notfalldose neutral und einheitlich funktioniert, damit alle Anwender und Retter einen echten Nutzen haben. Für Anwender ist der Kühlschrank nicht zu privat. Für Retter ist es einfach, denn jeder Haushalt hat eine Küche und einen Kühlschrank. Beides ist meistens schnell zu finden, und rechtlich ist es unbedenklich, wenn der Kühlschrank zur Entnahme der Notfalldose durch Retter geöffnet wird.

Gesundheitliche Versorgungsplanung für die Letzte Lebensphase

Mit dem Hospiz- und Palliativgesetz erfolgte 2015 die Einführung der „Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP)“. Pflegeheime und Wohnformen der Eingliederungshilfe können sich seitdem für die Einführung entscheiden und dieses wichtige Dialogangebot ihren Bewohnerinnen und Bewohnern anbieten. Zahlreiche Berliner Einrichtungen haben dies bereits getan.

Bei der GVP geht es darum, betreuten Menschen die medizinisch-pflegerische Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase aufzuzeigen und festzuhalten, was den Menschen dazu wichtig ist. Das umfasst auch praktische Hilfen und Angebote der Sterbebegleitung. Je nach individuellem Bedürfnis eines Menschen werden medizinische und pflegerische Abläufe in der letzten Lebensphase im Sterbeprozesses thematisiert, es werden auch mögliche Notfallsituationen und geeignete Maßnahmen der palliativmedizinischen, pflegerischen sowie psychosozialen Versorgung besprochen.

In den Pflegeheimen und Wohnformen der Eingliederungshilfe sind dafür geschulte sogenannte GVP-Beraterinnen tätig, die einen Dialogprozess über das Leben und Sterben zwischen Bewohnerinnen, Nahestehenden sowie Ärztinnen und Heimmitarbeiterinnen anregen.

Die GVP trägt zu Handlungssicherheit bei allen Beteiligten bei, unterstützt die Selbstfürsorge und Selbstbestimmung der Betroffenen und ist ein Beitrag für eine würdevolle Gestaltung der Versorgung am Lebensende. 

Hier lesen Sie einen Artikel zur GVP in Wohnformen dert Eingliederungshilfe