Infos & Beratung rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer

ZENTRALE ANLAUFSTELLE HOSPIZ

030 40711113 | Mo. bis Fr. 9 - 15 Uhr | post@hospiz-aktuell.de

Beratung zu den Themen Sterben, Tod oder Trauer gibt es nicht von der Stange. So unterschiedlich, wie die Zielgruppen sind, so speziell gestalten sich auch die Angebote um möglichst zielgenau und so gut wie möglich helfen zu können.

Menschen aus anderen Kulturen (Kultursensible Sterbebegleitung)

Menschen mit einem Migrationshintergrund benötigen oft Begleitung und Beratung in ihrer Muttersprache, um von den hospizlichen und palliativen Angeboten in Berlin zu erfahren. Die ambulanten Hospizdienste und stationären Hospize öffnen sich mehr und mehr interkulturell, und dank der Diversität einer Großstadt gibt es hier viele Ressourcen. Wichtig ist das wechselseitige Aufeinanderzugehen, Aufgeschlossenheit, Verständnis, Wissen um Ursachen unterschiedlicher Haltungen und die Beseitigung von Sprachbarrieren.
Um alle Menschen in der palliativen Versorgung gleich gut zu behandeln und zu begleiten, ist Toleranz, ein offener Umgang mit Anderen und die Anerkennung der menschlichen Vielfalt unabdingbarer Bestandteil der hospizlichen Haltung.
Dolmetscher, Angebote in der jeweiligen Sprache oder Begleitungsangebote der einzelnen Dienste und Einrichtungen können in der Zentralen Anlaufstelle Hospiz erfragt werden.
Informationen zur Selbsthilfe gibt es in der Selbsthilfedatenbank SEKIS.

LSBTTIQ

Die Abkürzung LSBTTIQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, Trans, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen. Da sie aufgrund ihrer (geschlechtlichen) Identität anders als die Mehrheitsgesellschaft leben, von der heterosexuellen Norm abweichen, haben sie häufig Erfahrungen mit Ablehnung und Diskriminierung gemacht.
Eine empathische und respektvolle Begleitung ist darum und angesichts vielfältiger Biografien und Identitätsmerkmale umso wichtiger. Die Bedürfnisse eines Sterbenden zu kennen und diese in den Mittelpunkt zu stellen, bedeutet gleichzeitig, ihn in seiner Identität und Lebenswirklichkeit anzunehmen. Praktizierte Offenheit, Respekt und Achtung über bestehende Unterschiede hinweg ist hier der Schlüssel für ein gutes Leben und Zusammenleben bis zuletzt.
Zielgruppengerechte Angebote gibt es in der Selbsthilfedatenbank SEKIS.

Trauernde

Die Phasen der Trauer um einen geliebten Menschen werden als tiefe Krise erlebt. Doch Trauer ist keine Krankheit, sie ist eine angemessene Reaktion auf einen Verlust, der die innere und äußere Ordnung in ein Chaos verwandeln kann – nichts ist mehr so, wie es war.
Trauern zu können, ist aber auch eine Fähigkeit, die zum Leben gehört. Ohne sie wäre eine Neuorientierung nicht möglich. Wer trauert, ist in seiner Ganzheit gefordert – geistig, körperlich und seelisch –, denn Trauern ist immer ein aktiver Prozess, wenn er zur Heilung führen soll. Häufig wird darum auch von Trauerarbeit gesprochen: Trauernde müssen sich in ihrer Welt völlig neu orientieren und einen Weg zu finden, die Trauer zu bewältigen. Das braucht Zeit.
Wichtig ist, in der Trauer begleitet zu sein von Menschen, die zuhören, die mitgehen, die aushalten, ohne die Trauer „wegmachen“ zu wollen. Es gibt kein Richtig oder Falsch im Trauerprozess, das Erleben der Trauer ist immer individuell.

Hier finden Sie Angebote zur Trauerwegbegleitung.

Beratung zum assistierten Suizid

Im Februar 2020 hat das Bundesverfassungsgericht die Verfassungswidrigkeit und gleichzeitige „Nichtigkeit“ des Paragrafen 217 des Strafgesetzbuches (StGB) festgestellt. In dem sogenannten „Sterbehilfe-Paragrafen“ wurde das Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ geregelt und bei Missachtung mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet. Mit dem Urteil umfasst das allgemeine Persönlichkeitsrecht nun das Recht auf selbstbestimmtes Sterben auch unter Zuhilfenahme Dritter.
Die Karlsruher Richter:innen haben damit nicht nur ausdrücklich ein „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ anerkannt, sie haben auch explizit hinzugefügt, dass dieses Recht die Freiheit einschließt, „sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen“. Und das unabhängig vom Alter, vom Gesundheitszustand, von besonderen Motiven oder moralischen oder religiösen Erwägungen. Das Gericht betrachtet diese „selbstbestimmte Verfügung über das eigene Leben“ als „letzten Ausdruck von Würde“. Und, so steht es steht am Anfang des Grundgesetzes, die Würde des Menschen ist unantastbar.
Doch steht diese Regelung auch im Spannungsfeld mit dem verfassungsmäßigen Schutz des Lebens. Und so liegt die Notwendigkeit nahe, allen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, Verbindlichkeiten an die Hand zu geben. Es gibt bereits Gesetzesentwürfe, die im Laufe des Jahres 2021 verhandelt werden. Darüber hinaus stehen verschiedene Positions- und Diskussionspapiere im Netz zur Verfügung:

Hilfe & Beratung gibt es auch bei der Telefonseelsorge Berlin (24 Stunden erreichbar), Tel. 0800 111 0 111
Telefonseelsorge Berlin
Suizidprävention Berlin