Infos & Beratung rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer

ZENTRALE ANLAUFSTELLE HOSPIZ

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Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland: Instrument zur Einforderung der Rechte und Bedürfnisse von Sterbenden

Die Charta setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit dem Tod konfrontiert sind. Sie soll Orientierung geben für die Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung, damit Betroffene in ihrer letzten Lebensphase gut und umfassend versorgt werden, Leben können und sterben dürfen. Ziel der Charta ist es, schwerstkranken und sterbenden Menschen unabhängig von ihrer Erkrankung, ihrer Lebenssituation oder des Versorgungsortes eine qualitativ hochwertige Palliativ- und Hospizversorgung zu ermöglichen.

In fünf Leitsätze sind Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe formuliert, die diesem Ziel dienen und zugleich die gesellschaftlichen Herausforderungen widerspiegeln. Im Mittelpunkt steht dabei immer der betroffene Mensch.

In Deutschland wurde die Charta im September 2010 unter Trägerschaft des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV), der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Bundesärztekammer (BÄK) veröffentlicht. Seitdem ist es gelungen, viele weitere Akteure in den Prozess einzubeziehen und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer zu fördern.

Umsetzung der Nationalen Strategie in Berlin

Um die Ziele der Charta zu erreichen, wurden im Jahr 2016 die 5 Leitsätze in Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie konkretisiert. Für verschiedene Themenbereiche sind Ausgangssituation, Ziele und Maßnahmen beschrieben. Der Runde Tisch Hospiz- und Palliativversorgung Berlin hat in Folge beschlossen, die Umsetzung der Charta in Berlin zu stärken, eine neue Arbeitsgruppe dazu zu bilden und berlinweit den Beitritt zur Charta zu empfehlen. Die Arbeitsgruppe „Umsetzung Charta“ nahm 2017 ihre Arbeit auf.

„Jeder Mensch soll würdevoll und selbstbestimmt sterben können“, so der Kernauftrag der Charta. Ganz praktisch bedeutet das, allen diesbezüglich Bedürftigen in unserer Stadt einen verlässlichen Zugang zu geeigneten Angeboten möglich zu machen. Dafür müssen die Handlungsempfehlungen der Charta an die Basis gebracht und Aktivitäten zu ihrer praktischen Umsetzung angeregt werden. Alle sterbenden Menschen müssen in ihrer jeweiligen Lebenssituation gut begleitet und versorgt sein – in spezialisierten Einrichtungen wie Hospizen oder auf Palliativstationen aber auch in der Regelversorgung, also im Krankenhaus und in ihrem Zuhause, das auch ein Pflegeheim oder eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Beeinträchtigungen sein kann.

Gut leben bis zuletzt

Zur besseren infrastrukturellen Koordination und Begleitung der verschiedenen Handlungsstränge zur Umsetzung der Charta für eine bedarfsgerechte, qualitative und allen sterbenden Menschen zugängliche Hospiz- und Palliativversorgung, wurde die „Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Charta in Berlin“ (KUCiB) eingerichtet. Sie befindet sich unter dem Dach der „Zentralen Anlaufstelle Hospiz“ und wird vom Land Berlin gefördert.


Mit ihrer Arbeit verfolgt die KUCiB konsequent die Umsetzung der Ziele der Charta in Berlin:

  • Eine angemessene, qualifizierte sowie bei Bedarf multiprofessionelle Behandlung und Begleitung,

  • Zugangsgerechtigkeit und bestmögliche Versorgungsstrukturen,

  • Selbstbestimmung am Lebensende und

  • Sterben, Tod und Trauer als Teil des Lebens zu begreifen und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern

  • Weiterentwicklung der Aus- Fort- und Weiterbildung und Forschung.

Es geht aber auch darum, Impulse zur Umsetzung der Charta in Berlin zu geben, so für die

  • Durchführung von Projekten und Begleitung von Initiativen,

  • Entwicklung von Konzepten und Impulspapieren,

  • Initiierung und Begleitung von Forschungsvorhaben und Entwicklungsprozessen neuer Formate,

  • Initiierung und ggf. Moderation von Austausch- und Arbeitsformaten bzw. Netzwerken,

  • Durchführung von Veranstaltungen und Aktionen.

Und letztendlich gehört auch die Dokumentation und Evaluation der Charta-Prozesse in Berlin zu den Aufgaben der KUCiB, so die

  • laufende Dokumentation der Initiativen und Umsetzungsständen in Berlin,

  • Geschäftsführung der AG Umsetzung Charta des Runden Tisches Hospiz- und Palliativversorgung Berlin,

  • Initiierung und ggf. Durchführung und Auswertung von Umfragen und Gutachten sowie

  • Berichterstattung zu Umsetzungsständen und Handlungserfordernissen.

KUCiB – Koordinierungsstelle Umsetzung Charta in Berlin

c/o Zentrale Anlaufstelle Hospiz
Richard-Sorge-Straße 21 A | 10249 Berlin
Tel. 42265861 | E-Mail: charta@hospiz-aktuell.de