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ZENTRALE ANLAUFSTELLE HOSPIZ

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Interkulturelle Öffnung in Hospiz- und Palliativbereich und Altershospizarbeit

In der deutschen Migrationsgeschichte gab es viele Phasen der Zuwanderung aus unterschiedlichen Gründen und aus verschiedenen Ländern. Die Berliner Bevölkerung wird immer internationaler: Der Anteil der Einwohner mit ausländischen Wurzeln liegt inzwischen bei rund 35 Prozent bzw. über 1,3 Millionen Einwohner:innen aus über 190 Nationen und mit mehr als 100 Sprachen.
Auch wächst kaum eine Bevölkerungsgruppe in der Stadt so rasant wie die der ältere Migrant:innen – dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass viele dieser Frauen und Männer in den 1960er Jahren als sogenannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland gekommen waren. Aber auch die Zahl schwerstkranker und versorgungsintensiver Kinder und Jugendlichen in Familien mit Migrationshintergrund steigt. Für viele ist es mit großen Schwierigkeiten verbunden, sich im deutschen Sozial-, Gesundheits- und Pflegesystem zurechtzufinden.

Jala El Jazairi
Das Gesicht der Interkulturellen Öffnung Hospiz in Berlin im Team der ZAH: Jala El Jazairi. Foto: H. Groß


Info-Veranstaltung zur kultursensiblen Palliativ- und Hospizarbeit für arabischsprachige Migranten*innen

Am 17. September 2022 wurde erstmals eine Info-Veranstaltung zur kultursensiblen Palliativ- und Hospizarbeit für arabischsprachige Migranteninnen in der Flüchtlingskirche in Berlin-Kreuzberg durchgeführt. Und das mit großem Erfolg: Insgesamt 46 Teilnehmerinnen aus verschiedenen arabischen Länder und aus unterschiedlichen Generationen waren gekommen, die arabische Community in Berlin hat die Veranstaltung sehr gut angenommen.

Organisiert in Zusammenarbeit der Zentralen Anlaufstelle Hospiz mit den Brückenbauer*innen Palliative Care, haben viele Menschen mit Migrationshintergrund die Veranstaltung mitgetragen – so etwa durch Hilfe beim Ausgestalten des Raumes, mit Essen und Musik oder durch Betreuung der Kinder, was als Zeichen für ein großes Interesse am Thema gewertet werden kann.  

Begrüßt wurden die Gäste von Nazife Sari, der Leiterin des Projektes Brückenbauer*innen Palliative Care der Diakonie und Jala El Jazairi, Fachzuständige für Interkulturelle Öffnung Hospiz in Berlin angegliedert an das Team der Zentralen Anlaufstelle Hospiz des Unionhilfswerks. Nazife Sari stellte das Projekts Brückenbauer*innen und die Aspekte der Unterstützung der Menschen mit Migrationshintergrund vor. Jala El Jazairi erklärte auf Arabisch die Bedeutung der Palliativversorgung und gab einen Überblick über die Angebote in Berlin.

In der Diskussion gab es viel Raum für Fragen aus dem Publikum, außerdem berichteten einige Teilnehmerinnen aus der arabischsprachigen Community über ihr Engagement und ihre Erfahrungen in diesem Bereich. Muhannad Abulatifeh, Brückenbauer für Arabischsprachige, hielt z. B. einen Vortrag über die Hilfsangebote der Brückenbauerinnen.

Das Veranstaltungsformat, eine Mischung aus Infovorträge, offener Diskussion, leckerem Essen und Kinderbetreuung mit Spielen und Basteln sowie einer abschließenden Darbietung des Hannen Chors – einer freiwillige Initiative des Hanin-Kulturforums –, sorgte für einen lebendigen Ablauf. Berührend war dann auch die Diskussion mit pflegenden Angehörigen und Senior:innen über ihre Erfahrungen und die Bereitschaft der Menschen, sich zu engagieren. So fragte ein Teilnehmer: „Ich möchte gerne schwerstkranken Menschen helfen. Darf ich mich engagieren, auch wann ich nicht sehr gut Deutsch spreche?“ Und eine andere Teilnehmerin erzählte:“ „Mein Mann ist vor einem Jahr gestorben, dadurch habe ich das Hospiz entdeckt. Heute bin ich hier, um zu erfahren, wie ich mich ehrenamtlich für Menschen am Lebensende engagieren kann.“

Die Infoveranstaltung wurde im Rahmen der Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit in der Hospiz- und Palliativversorgung in Berlin zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund und aus anderen Kulturkreisen durchgeführt. Dieses Format soll zukünftig auch für andere Sprachen und kulturelle Gruppen organisiert werden. 

Menschen sitzen und schauen zwei Frauen auf einer Bühne zu.
Nazife Sari, Leiterin des Projektes Brückenbauer*innen Palliative Care und Jala El Jazairi, Fachzuständige für Interkulturelle Öffnung Hospiz in Berlin angegliedert an das Team der ZAH, begrüßen die Gäste. Fotos: J. El Jazeiri