Infos & Beratung rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer

ZENTRALE ANLAUFSTELLE HOSPIZ

030 40711113 | Mo. bis Fr. 9 - 15 Uhr | post@hospiz-aktuell.de

Interkulturelle Beratung und Information der Zentralen Anlaufstelle Hospiz

Das Beratungsangebot der Zentralen Anlaufstelle Hospiz berät zu Vorsorge und Versorgung am Lebensende und Trauer. Bei rechtzeitiger Kenntnis ist eine Beratung in ausgewählten Sprachen ggf. unter Hinzuziehen von Sprachmittlern möglich. Folgende Sprachkenntnisse sind momentan im Team der ZAH vorhanden: Arabisch, Englisch, Französisch und Schwedisch.

Der Wegweiser „Wenn Ihr Arzt nicht mehr heilen kann..." liegt momentan in den Sprachen Arabisch, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Türkisch und Vietnamesisch vor.

Auch der Wegweiser der Deutschen Palliativstiftung mit Tipps zur Versorgung von pflegebedürftigen, unheilbar erkrankten Menschen gibt es in verschieden Sprachen, so Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Kurmandschi, Niederländisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Thailändisch, Tschechisch, Türkisch und Vietnamesisch sowie zweisprachig in Kombination Deutsch mit Arabisch, Englisch, Farsi, Polnisch, Slowakisch, Tschechisch und Türkisch.

Beratungsangebote und Suchportale 

Interkulturelle Öffnung in Hospiz- und Palliativbereich und Altershospizarbeit

In der deutschen Migrationsgeschichte gab es viele Phasen der Zuwanderung aus unterschiedlichen Gründen und aus verschiedenen Ländern. Die Berliner Bevölkerung wird immer internationaler: Der Anteil der Einwohner mit ausländischen Wurzeln liegt inzwischen bei rund 35 Prozent bzw. über 1,3 Millionen Einwohner:innen aus über 190 Nationen und mit mehr als 100 Sprachen.

Auch wächst kaum eine Bevölkerungsgruppe in der Stadt so rasant wie die der ältere Migrant:innen – dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass viele dieser Frauen und Männer in den 1960er Jahren als sogenannte „Gastarbeiter“ nach Deutschland gekommen waren. Aber auch die Zahl schwerstkranker und versorgungsintensiver Kinder und Jugendlichen in Familien mit Migrationshintergrund steigt. Für viele ist es mit großen Schwierigkeiten verbunden, sich im deutschen Sozial-, Gesundheits- und Pflegesystem zurechtzufinden.

Warum interkulturelle Angebote?

„Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht auf eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung und Begleitung, die seiner individuellen Lebenssituation und seinem hospizlich-palliativen Versorgungsbedarf Rechnung trägt ...", so beginnt der 2. Leitsatz der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland.

Viele Menschen mit einem Migrationshintergrund wissen allerdings kaum etwas über die Hospizidee, ihre Rechte und Möglichkeiten unentgeltlicher Angebote in der Hospiz- und Palliativversorgung. Aufgrund von Sprachbarrieren ist es für sie oft schwer, die notwendigen Beratungs- und Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Doch ist die Anerkennung, dass Menschen verschieden sind, verbunden mit der Bereitschaft zu Offenheit, Verständnis und Gleichbehandlung, Grundlage für interkulturelle Öffnung. Auch im Hospiz- und Palliativbereich sind Bildungs- und Organisationsprozesse zur Anpassung von Strukturen und Abläufen notwendig. So z. B. die Förderung von:

  • Kultursensibler Sterbebegleitung mit entsprechender Offenheit und Biografie-Orientierung der Mitarbeiter:innen

  • Diversitätsbewusster Öffentlichkeitsarbeit

  • Migrantischen Mitarbeiter:innen in den Pflege-, Hospiz- und Palliativstrukturen

  • Vernetzung im Sozialraum, um Zugänge für migrantische Gruppen zu schaffen.

Unterstützung interkulturelle Öffnung im Hospiz- und Palliativbereich

Ein inhaltlichen Schwerpunkt der in der ZAH angebundenen Koordinierungsstelle Umsetzung Charta in Berlin (KUCiB) stellen Aktivitäten zur Umsetzung der Charta-Handlungsempfehlungen zur „Hospiz- und Palliativversorgung für Menschen mit Migrationshintergrund und aus anderen Kulturkreisen“ dar. Die Arbeit ist ausgerichtet auf die:

  • Verbesserung der Versorgungs- und Beratungsstrukturen

  • Verbesserung der Kultur- und Sprachmittlung bei Vorsorge und Versorgung am Lebensende

  • Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit sowie Förderung der Vernetzung.

Die spezialisierten Berliner Hospiz- und Palliativstrukturen, aber auch die in der allgemeinen Palliativversorgung tätigen Regelstrukturen, erfahren – von der ZAH aus koordiniert – Unterstützung bei und Impulse für die interkulturelle Öffnung. Daneben wird der Auf- und Ausbau von Netzwerken für eine höhere Sensibilisierung, zielgruppengerechtere Information und insgesamt niedrigschwellige Zugänge für Menschen mit Migrationshintergrund zur Hospiz- und Palliativversorgung betrieben. Einige unserer Netzwerkpartner sind:

Kontakt: Jala El Jazairi, Tel. (030) 42 26 58 85

"In Frieden sterben, fern der Heimat": Ein Interview mit Jala El Jazairi über die Herausforderungen ihrer Arbeit.